Verborgenes Nass

Trinkwasser-Speicher unter dem Meeresboden entdeckt

Ein internationales Forschungsteam unter der Beteiligung des Marum und der Universität Bremen hat umfangreiche Süßwasserreserven tief unter dem Meeresboden vor der Küste Neuenglands entdeckt. Bei den Untersuchungen von Bohrkernen, die aus einer Tiefe von nahezu 200 Metern unter dem Meeresboden entnommen wurden, wurden beträchtliche Mengen in den Sedimentschichten nachgewiesen. Das Wasser war sowohl in sandigen, wasserleitenden als auch in tonigen, wasserstauenden Strukturen gespeichert. Die daraus gewonnen Ergebnisse helfen nicht nur der Grundlagenforschung, sondern auch dabei, knappe Trinkwasserressourcen in gefährdeten Küstenregionen weltweit besser zu managen.

Weltweit sind viele Küstengemeinschaften bei der Trinkwasserversorgung direkt von küstennahen Grundwasserleitern abhängig. In vielen Gegenden setzen sich diese bis zur Küste fort und kommen auch in Zonen von leicht salzigem Grundwasser im Meeresboden vor. Diese unter dem Meer liegenden Offshore-Reserven sind zwar wissenschaftlich schon lange bekannt, blieben jedoch bisher weitgehend unerforscht. Die neuen Erkenntnisse ermöglichen nun nicht nur ein genaueres Verständnis darüber, wie Süßwassersysteme unter dem Meeresboden entstanden sind, sondern helfen auch zu klären, welche Risiken oder Potenziale sie für die künftige Wasserversorgung bieten.

Die Forschung verdeutlicht zudem, wie Nährstoffe durch den Kontinentalschelf zirkulieren und so die Lebensbedingungen für Mikroben im Meeresboden mitbestimmen. Durch die Analyse des Zusammenspiels von Sedimenten und Flüssigkeiten im System Erde, liefert die Studie eine wichtige Grundlage, um die langfristigen Auswirkungen von Meeresspiegelveränderungen besser zu verstehen.

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