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Tiefseemikroben: Wegweiser zu außerirdischem Leben

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Forschende haben tief unter dem Meeresboden in den sogenannten „Schlammvulkanen“ des Marianen-Vorarcs eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: ein verborgenes Ökosystem, das unter extremen Bedingungen existiert. Es handelt sich um eine mikrobielle Lebenswelt, die in serpentinhaltigem Schlamm überdauert. Die Umgebung ist mit ihren extrem hohen pH-Werten und Nährstoffarmut eigentlich lebensfeindlich.

Die Untersuchungen, an denen Wissenschaftler des Zentrums für Marine Umweltwissenschaften MARUM beteiligt waren, zeigen, dass die Mikroorganismen sehr anpassungsfähig sind und ihre Stoffwechselprozesse an die schwankende Verfügbarkeit von Nährstoffen ausrichten. Dafür nutzen sie ein komplexes System und verändern ihre Lebensweise abhängig von den Bedingungen im Boden. Beispielsweise produzieren sie entweder Methan oder bauen es durch Sulfat ab. Außerdem nutzen die Kleinstlebewesen spezielle Lipide, die ihre Membranen schützen.

Die Entdeckung liefert neue Erkenntnisse, wie Leben auch an den äußersten Grenzen der Bewohnbarkeit Wege findet, sich zu behaupten. Das erweitert nicht nur das Verständnis darüber, wie sich mikrobielle Biosphären tief unter dem Meeresboden entwickeln, sondern hat auch eine große Bedeutung für die Astrobiologie – also bei der Suche nach Leben außerhalb der Erde. Die Bedingungen in den serpentinitischen Schlammvulkanen ähneln denen auf anderen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem. Dadurch wird der Marianen-Vorarc zu einem natürlichen Labor, das Hinweise liefert, wonach Wissenschaftler Ausschau halten müssen, um im All möglicherweise auf Lebensspuren zu stoßen.

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