Wie das Hirn filtert
Hirnforschung: Wahrnehmen ist Timing, nicht Zufall
Wieso können wir in einer lauten Umgebung einer Stimme folgen oder uns auf ein bestimmtes Geräusch fokussieren? Ein Forschungsteam der Universität Bremen hat einen Mechanismus entschlüsselt, der bei der Informationsverarbeitung im Gehirn eine zentrale Rolle spielt. Sie zeigen: Entscheidend ist nicht nur die Stärke eines Signals, sondern auch das Timing – also zu welchem Zeitpunkt ein Reiz ankommt.
Das Gehirn ist in jeder Sekunde einer Fülle an Informationen ausgesetzt. Daraus wählt es immer nur die relevantesten aus. Damit sie weiterverarbeitet werden, müssen die eintreffenden Signale auf eine aktive Nervenzelle treffen. Letztere wechseln in schneller Abfolge zwischen aktiven und weniger aktiven Phase. Verpasst ein Reiz diesen Moment der hohen Empfänglichkeit, hat er keinen Effekt. Dabei ist Aufmerksamkeit der Schlüssel. Sie sorgt dafür, dass die wichtigen Signale exakt im richtigen Moment ankommen.
Das bessere Verständnis dieses Auswahlmechanismus liefert neue Ansätze, um Störungen der Informationsverarbeitung – etwa bei Alzheimer oder ADHS – genauer zu verstehen. Auch technische Systeme wie KI können dadurch präziser gemacht werden.
































