Vernetzte Netze, weniger Konflikt

Frieden durch staatenübergreifende Energienetze

Der Import von Energieträgern wie Öl oder Gas kann zu starken Abhängigkeiten zwischen den importierenden und exportierenden Ländern führen. Das begünstigt Konflikte. Deshalb gelten erneuerbare Energien in Kombination mit Staaten übergreifenden, eng vernetzten Energiesystemen als Schlüssel zur langfristigen Verringerung geopolitische Spannungen.

Der Umstieg auf nachhaltige Energiequellen erfordert ein hohes Maß internationaler Zusammenarbeit, erklärt Dr. Karen Smith Stegen von der Constructor University. Um erneuerbare Energien großflächig einzusetzen, braucht es große, mehrere Staaten umfassende Netze. Dafür müssen die Beteiligten eng zusammenarbeiten und sich in friedlich kooperierende Energie-Gemeinschaften zusammenfinden. Das Auflösen der Verbindungen würde hohe Kosten mit sich bringen, weshalb ein solcher Schritt sehr gut überlegt sein will. Deshalb können Netze wie diese Handelsbeziehungen und eine friedliche Zusammenarbeit fördern.

Laut der Wissenschaftlerin ist es jedoch wichtig, einseitige Energieimporte und entsprechende Abhängigkeiten innerhalb der Netze zu vermeiden. Als aktuelles Negativbeispiel nennt sie den Ukraine-Konflikt. „Man könnte hier die Frage stellen, warum ein gemeinsames Stromnetz Russland nicht davon abgehalten hat, gleich zweimal in der Ukraine einzumarschieren. Die Antwort liegt meiner Einschätzung nach im Ausmaß der Vernetzung: Die Ukraine war vor allem von Energie-Importen aus Russland abhängig, von einer gegenseitigen Partnerschaft kann nicht die Rede sein.” Das Fehlen einer wechselseitigen partnerschaftlichen Vernetzung habe die angreifbare Position der Ukraine verstärkt.

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