Digital üben, real helfen

Virtuelles Krisentraining: Wenn Realität digital wird

In Krisenfällen zählt jede Minute. Um schnell reagieren zu können, müssen die Einsatzkräfte für verschiedene Szenarien trainiert sein und im besten Fall Erfahrung gesammelt haben. Doch klassische Großübungen sind teuer, aufwendig und schwer zu wiederholen. Das EU-Projekt CORTEX² (Collaborative Open XR Environment for Extended Reality and Artificial Intelligence Integration) soll Abhilfe schaffen. Es ermöglicht, dass Menschen über Extended Reality (XR) – also virtuelle, erweiterte oder gemischte Realität – gemeinsam in Echtzeit kommunizieren, lernen und trainieren. An der Entwicklung von CORTEX² und der Trainingsplattform Immergensim ist das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) beteiligt. Gemeinsam mit Partnern entwickelt es ein immersives Lernsystem, das reale Einsätze in virtuellen Welten simuliert. Darin können Teams Kommunikation und Entscheidungsfähigkeit unter Stressbedingungen trainieren. Unerwartete Wendungen machen das Training besonders realistisch.

Die Plattform kombiniert Echtzeit-Kommunikation per Sprache und Video mit Avataren für ein echtes Präsenzgefühl und Assistenten, die als Gesprächspartner fungieren. Hinzu kommt eine IoT- und Integration, um reale Daten in die virtuellen Räume einzubinden. So entsteht ein realistisches, aber kostengünstiges Trainingsumfeld, das sogar auf Laptops nutzbar ist.

Erste Tests zeigen eine hohe Akzeptanz: Viele Teilnehmende bewerteten das Training als sehr effektiv. Künftig sollen Organisationen auch eigene Szenarien erstellen können. Zudem eignet sich die Technologie nicht nur für humanitäre Krisen, sondern ebenso für den Einsatz in Industrie, Energie, Gesundheit oder Bildung.

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