Kollision verhindern
Raummission testet, wie man Asteroiden ablenkt
Was tun, wenn ein Asteroid droht, mit der Erde zu kollidieren? Den Brocken einfach im All abschießen? So einfach wie es Actionfilme suggerieren, ist es leider nicht. Niemand weiß genau, wie der Himmelskörper auf einen Einschlag reagiert, ob er sich dadurch in eine andere Bahn lenken lässt, ob er zerspringt oder ein Treffer überhaupt einen Effekt hat. Die europäische Raumsonde Hera wurde ausgesendet, um Klarheit zu schaffen. An der Mission ist das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) technisch als auch wissenschaftlich beteiligt.
Hera soll ein erdnahes doppeltes Asteroiden-System mit Namen Didymos/Dimorphos untersuchen. Zuvor hatte die NASA-Mission DART versucht, die Bahn des kleinen Asteroiden Dimorphos minimal zu verändern. Dazu flog ein Raumschiff direkt in den Himmelskörper hinein und traf ihn mit hoher Geschwindigkeit. Hera untersucht nun die Folgen dieses Einschlags, also wie Gravitation, Masseverteilung, Oberfläche und Struktur von Dimorphos sich verändert haben. Die Ergebnisse sollen helfen, die Wirksamkeit solcher Abwehrmethoden zu bewerten.
Begleitet wird Hera von zwei CubeSats – kleine Satelliten, bestückt mit Mini-Instrumenten. Sie führen auf der Asteroiden-Oberfläche Messungen durch und machen Fotos, damit die Hauptsonde nicht landen muss. Aus den gesammelten Daten werden digitale Geländemodelle erstellt. Dies und alles an weiterem einfließenden Input sind entscheidend für die Entwicklung effektiver Abwehrstrategien und damit für die planetare Verteidigung.
Auf ihrem Weg zum Zielort absolvierte Hera einen Vorbeiflug am Mars und seinem Mond Deimos. Dabei testete sie wissenschaftliche Instrumente, die auch zur Charakterisierung von Planetenmonden eingesetzt werden. Diese Messungen liefern neue Blickwinkel auf den Mars und seine Monde. Parallel zur Hera-Mission plant Japan die MMX‑Mission (Martian Moons eXploration), um die Marsmonde Phobos und Deimos aus nächster Nähe zu erforschen. Hierfür hat das DLR einen wesentlichen Teil des deutsch‑französischen MMX‑Rovers „IDEFIX“ entwickelt. Mehrere DLR-Institute sind zudem mit Forschung und Systemtests am Rover‑Projekt beteiligt.






























