Mangroven stärken

Baumhöhen und Wirbellose sichern Mangrovenwälder

Mangrovenwälder stehen weltweit unter Druck. Umweltbelastungen wie Zyklone, Hitze, Salzwasser und Abholzung setzen sie unter Stress und bedrohen die Bestände. Studien zeigen, dass in den vergangenen Jahrzehnten zehn bis fünfzehn Prozent der untersuchten Mangrovenflächen an Widerstandskraft verloren haben. Dabei haben die Wälder eine wichtige Aufgabe: Sie schützen die tropischen Küsten vor Stürmen, speichern enorm viel Kohlenstoff und sind der Lebensraum für zahlreiche bedrohte Arten.

Wissenschaftler des Leibniz Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) haben untersucht, was diese Ökosysteme widerstandsfähig macht. Dabei fanden sie heraus, dass nicht die reine Anzahl der Baumarten für die Erholung des Waldes eine Rolle spielt, sondern die generelle strukturelle und funktionelle Vielfalt. Ein widerstandsfähiger Mangrovenwald besteht aus einem komplexen Zusammenspiel unterschiedlicher Baumhöhen, Dichten, räumlichen Anordnungen und Wurzelformen. Wirbellose Tiere wie Krebse (Krabben) und Muscheln sind ebenfalls ein wichtiger Faktor im System: Sie tragen zur Bodenstruktur, Durchmischung und Nährstoffkreisläufe bei und stärken so die Stabilität der Mangroven. Ihr Verlust kann die Widerstandsfähigkeit des Waldes schwächen.

Für den Schutz und die Wiederherstellung der Mangrovenwälder bedeutet das: Es reicht nicht, möglichst viele Arten anzupflanzen. Erfolgversprechender ist es, einige standortspezifische dominante Sorten mit funktionell unterschiedlichen zu kombinieren. Dadurch wird die Strukturvielfalt des Waldes erhöht, einschließlich der Lebensräume für Krebse und Muscheln. Das stärkt die Küstenbiotope und sichert langfristig die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort.

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