Europa scannt das Wetter in 3D

Neuer Satellit schützt Europa mit 3D-Wetterdaten

Wissenschaftler am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) haben eine Lösung entwickelt, mit der Roboter lernen können, besser in der Alltagsumgebung von Menschen Erste europäischer Wettersatellit, der „3D-Aufnahmen“ der Atmosphäre ermöglicht.

Am 1. Juli startete ein neuer MTG-S1 Satellit ins All. Mit ihm hat Europa ein weiteres präzises „Auge“ für verbesserte Wettervorhersagen und Luftqualitätsüberwachung im Weltraum. Der Satellit revolutioniert die Wetter- und Umweltbeobachtung, indem er sich ganz wesentlich von anderen Wettersatelliten unterscheidet: Statt der bisher üblichen zweidimensionalen Bilder ermöglicht er einen 3D-Blick in die Atmosphäre! Neuartige Sensoren messen dafür die Temperatur und Feuchtigkeit in verschiedene Höhenschichten.

Das Herzstück von MTG-S1 ist sein Infrarot-Sounder-Instrument (IRS). Es misst präzise Temperatur und Feuchtigkeit in verschiedenen Höhen. Mit den dadurch gewonnenen Daten können Unwetter deutlich präziser und früher vorhergesagt werden, was den Schutz von Bevölkerung und Infrastruktur verbessert.
Ein weiteres wichtiges Tool ist das Copernicus Sentinel-4 UV-Visible-Near-Infrared (UVN) Spektrometer. Es überwacht die Luftverschmutzung Europas, indem es unter anderem Spurengase wie Ozon, Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid sowie Aerosole erfasst. Das ermöglicht ein besseres Verständnis der Luftqualität und deren Prognosen. Interessant sind die Erkenntnisse beispielsweise für Themenbereiche wie Gesundheit und Landwirtschaft.

Der MTG-S1 Satellit liefert jedoch nicht nur bessere Daten für die allgemeine Wettervorhersage, sondern ist auch für die Früherkennung von Stürmen und die Verbesserung kurzfristiger Vorhersagen ausschlaggebend.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) spielt bei dem Projekt eine zentrale Rolle. So koordinierte es unter anderem den deutschen Beitrag zum MTG-Programm und war gemeinsam mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) für die fachliche Begleitung verantwortlich. Vor allem aber spielt das DLR eine Schlüsselrolle bei der Auswertung der UVN- Spektrometer-Daten. Um sie gezielt auszuwerten und weiterzuentwickeln, bringt das DLR seine wissenschaftliche Expertise ein und arbeitet eng mit europäischen Partnern zusammen.

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