Klimazyklen enträtselt

Erdumlaufbahn macht Klimaschwankungen sichtbar

Forschende des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) haben herausgefunden, dass die großen natürlichen Schwankungen des Erdklimas besser vorhersagbar sind als angenommen. Die Wissenschaftler analysierten Sedimentkerne, die sie aus dem Ozeanboden entnommen haben. Darin enthalten: Sauerstoffisotope winziger Meeresorganismen. Diese zeigen, wie sich Temperaturen und Eismengen über Millionen Jahre verändert haben.

Die Daten verglichen die Forscher mit kleinen Schwankungen in Achsneigung und Umlaufbahn der Erde. Diese Orbitalparameter bestimmen, wie viel Sonnenlicht auf den Planeten trifft. Es zeigte sich, dass Änderungen der Erdumlaufbahn erstaunlich gut mit den Übergängen von Eis- zu Warmzeiten übereinstimmen. Die Zyklen folgen einer gewissen Regelmäßigkeit, die sich wissenschaftlich nachvollziehen lässt.

Bezogen auf die Gegenwart bedeutet das, dass wir aktuell in einer natürlichen Warmzeit leben – dem Holozän. Eine neue Eiszeit wäre rein astronomisch zwar möglich, ist durch den menschengemachten Klimawandel aber auf absehbare Zeit sehr unwahrscheinlich. Die Studie liefert eine wichtige Grundlage, um natürliche Klimaverläufe von menschlichen Einflüssen zu unterscheiden – und besser zu verstehen, wie stabil das Klimasystem der Erde wirklich ist.

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