Nachhaltig klären
Neue Erkenntnis für klimafreundliche Kläranlagen
Forschende des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen haben beim Blick in moderne Kläranlagen eine wichtige Entdeckung gemacht. Die Wissenschaftler schauten sich die Bakterien näher an, die dort die Abwässer reinigen. Dabei entdeckten sie symbiotisch lebende Mikroorganismen (genauer: endosymbiotische denitrifizierende Bakterien), die eng mit ihrem Wirt zusammenarbeiten. Diese Symbiose ist für die Wirksamkeit des Reinigungsprozesses essenziell – hat aber auch Schattenseiten.
In der aktuellen Studie werden 14 neue Endosymbionten-Arten identifiziert. Diese leben im Inneren anderer einzelliger Lebewesen. Sie unterstützen ihre Wirte bei der Energiegewinnung und helfen gleichzeitig, schädliches Nitrat aus dem Abwasser zu entfernen. Dabei zeigt sich jedoch ein Problem: Eine besonders weit verbreitete Art kann einige Zwischenprodukte des Abbauprozesses nicht vollständig verarbeiten. Stattdessen setzt sie Lachgas frei – ein Treibhausgas, das rund 300-mal klimaschädlicher ist als CO₂. Die Entdeckung zeigt, dass die Klimawirkung moderner Kläranlagenverfahren genauer untersucht werden sollte.
Die Erkenntnisse bieten aber gleichzeitig eine große Chance zur Optimierung und Weiterentwicklung der Abwasserreinigung. Da eine wichtige Gruppe biologischer Verursacher des Lachgases nun bekannt ist, kann die Abwasserwirtschaft gezielt gegensteuern und durch Anpassung der Prozessbedingungen den Schadstoffausstoß minimieren. Die Forschung liefert damit einen wichtigen Schlüssel zu effizienteren Kläranlagen, deren Klimabilanz weiter verbessert werden kann, um einen wesentlichen Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten.























